Bisherige Studien zur geschlechtergerechten Sprache zeigen, dass Frauen
sich bei der Verwendung von Beidnennungen der Geschlechter in Stellenanzeigen
von typisch männlichen Berufsfeldern mehr angesprochen fühlen als bei
Verwendung des generischen Maskulinums. In diesem Zusammenhang wurde in
dieser Studie der Einfluss von Beidnennungen auf Studentinnen anhand der
Ausschreibung des Qualifizierungsprogamms „Manage & More“ der Technischen
Universität München getestet. Hierzu wurden 156 Studienteilnehmerinnen befragt.
Für die Studie wurde angenommen, dass die Beidnennung der Geschlechter im
Slogan dazu führt, dass Studentinnen das beworbene Programm attraktiver
empfinden und ein stärkeres Interesse für das Programm zeigen. Darüberhinaus
wurde angenommen, dass sich die Teilnehmerinnen zugehöriger bzw. sich selbst als
passender für das Programm einschätzen. Zusätzlich wurden die Absicht, sich auf
das Programm zu bewerben, sowie die eigenen Erfolgserwartungen sowie der
erwartete Frauenanteil untersucht. Um die bisherige Forschung auf diesem Gebiet zu
erweitern, befasste sich die Studie zusätzlich mit der Annahme, dass die Sprachform
und die bildliche Gestaltung einer Stellenanzeige durch Interaktion das
Bewerbungsverhalten von Frauen beeinflussen. In dieser hier durchgeführten Studie
konnte eindeutig gezeigt werden, dass sich hauptsächlich die Sprachform auf das
Bewerbungsverhalten von Frauen auswirkt. Dabei evaluieren Frauen eine
Stellenanzeige positiver, wenn diese mit Beidnennungen ausgeschrieben ist. Es ließ
sich feststellen, dass die Sprachform einen höheren Einfluss auf das
Bewerbungsverhalten hat als die visuelle Wahrnehmung. Somit sollte bei der
Formulierung von Stellenanzeigen explizit darauf geachtet werden, dass eine
geschlechtergerechte Formulierung verwendet wird, um Frauen für typisch
männliche Berufsfelder zu gewinnen.