Die Demokratie steht zunehmend unter Beschuss: durch autokratische Bestrebungen wie durch absichtlich gestreute Zweifel daran, dass demokratische Strukturen ein gutes Leben für alle am besten gewährleisten können. Umso wichtiger ist es, sich fundiert mit ihrer Geschichte auseinanderzusetzen.
In seiner großangelegten und lebendig geschriebenen Darstellung des Denkens politischer Philosophen beschreibt Günter Fröhlich, wie die Demokratie in 2500 Jahren politischer Ideengeschichte entstanden ist. Leitend war der Vorsatz, dass philosophische Positionen nur vor dem Hintergrund ihrer Zeit verständlich zu machen sind. Gleichzeitig aber sind durch die Geschichte hindurch Entwicklungslinien erkennbar, die erst zu unserem heutigen Verständnis führen. Sonderbarerweise ergibt sich dabei, dass die Demokratie nur zur Weiterentwicklung bereit scheint, wenn sie gehörig unter Druck gerät.
Der erste Band – »Gemeinschaft, Herrschaft, Souveränität: Platon bis Bodin« – ist Antike, Mittelalter und Früher Neuzeit gewidmet, während der zweite Band in zwei Teilen – »Vertrag, Bürger, Revolution: Hobbes bis Sieyès« und »Recht, Staat, Freiheit: Kant bis Nietzsche« – die politische Theoriebildung während des Kampfs um Demokratie und Freiheit in der Vor- und Nachgeschichte der Französischen Revolution, also in den dreihundert Jahren zwischen Hobbes und Nietzsche, beschreibt.
Im dritten Band – »Funktion, Entscheidung, Identität: Weber bis Fukuyama« – analysiert Fröhlich, wie der lange Weg der Demokratie angesichts der Katastrophen des 20. Jahrhunderts und in den nachfolgenden ausdifferenzierten Gesellschaften nicht mehr von großen Systementwürfen geprägt wird, sondern von den für die Demokratie so notwendigen institutionellen Verfahrensweisen.