Ernst Penzoldts (1892-1955) Gefährtenpfade basieren auf Gedichten des 1922 im Verlag seines Freundes Ernst Heimeran erschienenen Debütbands Die Gefährten. Diese Texte sind voller Erinnerung, Freundschaft und elegischer Sehnsucht. Sie beschwören Jugendtage, Wanderungen und stille Wege, in denen Nähe und Vertrautheit spürbar werden. Zugleich deutet sich immer wieder ein Verlust an: Der frühe Gefährte fiel im Ersten Weltkrieg, er gehört einer vergangenen Zeit an, lebt vor allem im Andenken Penzoldts weiter. Er erscheint als Kamerad, Bruder, geliebter Freund, ist sowohl konkret wie symbolisch. Penzoldts Sprache ist leise, klar und rhythmisch, die Bilder schlicht, aber eindringlich. Ein Band der Treue, der verlorenen Jugend und der stillen Melancholie, in dem die Gefährtenlyrik jener Zeit auf ein zartes, poetisches Minimum reduziert wird und in dem der Ton dieses frühen, elegischen Poeten unverkennbar anklingt.