Zwischen den Welten
Die vergessene Perspektive leiblicher Kinder in Pflegefamilien

„Haben Sie sich jemals gefragt, wie Sie reagieren würden, wenn ein leibliches Kind einem Pflegekind Gewalt antut?“

Wenn ein Pflegekind einzieht, öffnet eine Familie weit mehr als nur eine Tür. Sie öffnet ein fein austariertes Lebensgefüge – ein Mobile, in dem jedes Teilchen mit den anderen verbunden ist. Doch während Eltern mit Hingabe Formulare füllen und Zimmer umräumen, sitzen die leiblichen Kinder oft still daneben. Sie werden zu unsichtbaren Stabilisatoren eines Systems, das sie oft überfordert.

Stefan Dutler bricht das Schweigen über ein Tabuthema der Pflegekinderhilfe. Er erzählt schonungslos von seiner eigenen Kindheit in der Ostschweiz: von der nackten Angst, der Ohnmacht und jenen dunklen Momenten, in denen er selbst zum Täter wurde, weil das System an seine Grenzen stiess .

Dieses Fachbuch verbindet tiefgreifende persönliche Rückblicke mit fundierter psychologischer Analyse:
• Systemische Dynamiken: Warum Aufmerksamkeit für Kinder oft mit Liebe gleichgesetzt wird.
• Die Last der „Braven“: Wie Parentifizierung und sekundäre Bindungsverluste die Identität leiblicher Kinder prägen.
• Praxisnaher Kompass: Ein Wegweiser für Pflegeeltern und Fachkräfte, um leibliche Kinder aus dem Schatten in die Sichtbarkeit zu führen.

Ein leidenschaftliches Plädoyer für eine relationale Professionalität, die jedes Kind im System sieht – damit das gemeinsame Wachstum am Ende keine blosse Hoffnung, sondern gelebte Realität wird.

Über den Autor: Stefan Dutler wuchs selbst als leibliches Kind in einer Pflegefamilie auf. Heute blickt der diplomierte Sozialpädagoge auf viele Jahre Berufserfahrung zurück. Sein Ziel ist es, den „blinden Fleck“ der Pflegekinderhilfe sichtbar zu machen und Brücken des Verständnisses zu bauen .