Die Oratio funebris ist ein wichtiges Dokument für die Rekonstruktion des Lebens von Johannes Chrysostomus und der Geschichte der religiösen Konflikte in Konstantinopel. Indem dieser Text die Marginalisierung widerspiegelt, unter der die Anhänger von Johannes Chrysostomus nach dessen Absetzung und Exil zu leiden hatten, stellt er einen Versuch dar, durch die Berufung auf die gemeinsame Erfahrung der Verfolgung die gemeinschaftliche Identität zu stärken. Die in diesem Band versammelten Studien untersuchen die rhetorischen Qualitäten der Rede und ihre Strategien zur Krisenbewältigung sowie zur Deutung der Gewalterfahrungen. Der Band ist daher für alle Forschende von Interesse, die sich mit der Rolle von Rhetorik und Gewalt in der Spätantike beschäftigen.