Auf der Grundlage der Vorarbeiten der Initiative Stolpersteine Böchingen sowie des 1996 erschienenen und seit langem vergriffenen Buches ›Juden in Böchingen. Spuren ihrer Geschichte 1548—1940‹ von Bernhard Kukatzki bearbeitete die Ludwigshafener Historikerin Liz Schimanski das Material, betrieb weitere Forschungen und stellte zusätzliches Bildmaterial zusammen. Der Text ist in zwei sich ergänzende Teile gegliedert: die Geschichte der jüdischen Familien entlang ihrer damaligen Wohnorte quasi auch als Handreichung für einen Rundgang durch das Dorf einerseits, Themen­blöcke mit Hintergrundinformationen zum Landjudentum in und um Böchingen sowie zur Verfolgungsgeschichte andererseits. Besonders wichtig ist zudem ein Gastbeitrag über die nach 1945 erfolgte gerichtliche Aufarbeitung antijüdischer Verbrechen in Böchingen und den Umgang der Dorfgemeinschaft damit, für den wir Dr. Walter Rummel, den ehemaligen Leiter des Landesarchivs Speyer, gewinnen konnten.
Im Layout sind die beiden Textkategorien optisch getrennt wahrnehmbar; eigens erstellte Grafiken, Familienstammtafeln, Tabellen und eine Straßenkarte der Wohnorte gestalten den Text zusammen mit umfangreichem Abbildungsmaterial (Fotos und Dokumente) anschaulich und abwechslungsreich. So liefert dieses Werk einen exem­plarischen Beitrag zur Geschichte des Landjudentums in der Pfalz und seiner Vernichtung, dessen Bedeutung über die eigentliche Ortsgeschichte Böchingens hin­ausstrahlt, und der somit auch für ein überregionales Publikum interessant sein dürfte.