Benjamin D. Giffone zeigt in dieser Studie, wie die Koexistenz von mindestens drei Modellen der kultischen Zentralisierung im Pentateuch, einschließlich der nördlichen, der benjaminitischen und der südlichen Tradition, dabei hilft, den Grad der theologischen Konsistenz zu bestimmen, der von den biblischen Texten angemessen erwartet werden kann. Die wissenschaftliche Tendenz, die biblischen Erzählungen als späte, tendenziöse Fiktionen zu betrachten, reicht nicht aus, um die endgültige Form der Texte zu erklären. Der Autor erklärt, wie die Verwendung von früherem erzählerischem und juristischem Material in der Chronik und anderen Texten des Zweiten Tempels Unebenheiten deutlich macht, die von späteren Auslegern bis zu einem gewissen Grad geglättet, aber im Text beibehalten wurden. Das Gemeinschaftsgedächtnis, das außerhalb der geschriebenen Texte existierte, setzte den Änderungen, die von den Schreibern vorgenommen werden konnten, Grenzen, war aber ausreichend formbar, um Änderungen zu ermöglichen. Die Narrativität als Hauptmerkmal der Texte ermöglichte die Beibehaltung bestimmter Erinnerungen, die durch verschiedene Techniken so gestaltet wurden, dass sie den Zielen der Geschichtenerzähler entsprachen.