„Der Eiserne Riegel – Als man für das Reisen noch den König fragen musste“ untersucht die Erfindung der modernen Grenze. Im Mittelalter waren Grenzen fließend; man zahlte Wegzoll an Brücken, aber niemand kontrollierte die Identität. Erst mit dem Aufkommen der Nationalstaaten und besonders im Ersten Weltkrieg wurde die Grenze zur undurchdringlichen Linie.
Der Historiker Gerd Grenze beschreibt die Einführung des Reisepasses, der ursprünglich eine Ausnahme für Kriegszeiten war und nie wieder abgeschafft wurde. Das Buch erzählt von der Romantik des Schmuggels, der Absurdität von Enklaven und der Entwicklung des rot-weißen Schlagbaums zum Symbol staatlicher Macht.
„Der Eiserne Riegel“ zeigt, wie unnatürlich das Konzept ist, Menschen einzusperren oder auszusperren. Es ist eine Geschichte über die Bürokratisierung der Bewegungsfreiheit und wie der Staat lernte, seine Bürger nicht nur zu besteuern, sondern auch zu inventarisieren.