Effekte einer Verabreichung von Oreganoöl und eines probiotischen Futterzusatzstoffes im Tränkwasser von Masthühnern – Auswirkungen auf Leistungsmerkmale und die Darm¬gesundheit
Die Hypothese der Studie war, dass die Verabreichung von Oreganoöl und einem probiotischen Enterococcus faecium-Stamm im Tränkwasser, entweder einzeln oder alternierend, (1) keine Beeinträchtigung der Futter- und Wasseraufnahme wachsender Masthühner während einer 42-tägigen Mastperiode verursacht, (2) über diesen Zeitraum die Wachstumsleistung erhöht und (3) günstige Auswirkungen aufMerkmale der Darmgesundheit hat. Gemischtgeschlechtliche Küken der Herkunft Ross 308 (mittlere Lebendmasse 45.1 g (Standardabweichung 1.04 g) wurden zu Versuchsbeginn zufällig auf vier Versuchsgruppen verteilt: Kontrolle (ohne Futterzusatzstoff im Tränkwasser), Probiotikum (kontinuierliche Gabe eines E. faecium-Produkts [Mindestaktivität pro kg: 3.3 × 1012 koloniebildende Einheiten] im Tränkwasser [200 mg/L]), Oreganoöl (75,000 mg/kg Produkt; jeweils an den ersten drei Tagen jeder Woche [0.2 mL/L Tränkwasser]) und Oreganoöl-Probiotikum (Zugabe über das Tränkwasser von Oreganoöl [0.2 mL/L] über drei Tage und das E. faecium-Produkt [200 mg/L] über 4 Tage/Woche). Jede Versuchsgruppe wurde in 10-facher Wiederholung geprüft und jede Wiederholung bestand aus 10 Küken. Der Wasser- und Futterverbrauch wurde über 42 Tage quantifiziert und die Körpermassezunahmen sowie der Futteraufwand wurden als Leistungsmerkmale ermittelt. Zusätzlich wurden Leber- und Abdominalfettpolstermassen ermittelt. Als Merkmale der Darmgesundheit wurden der pH-Wert der Exkreta und deren Trockenmassegehlt ermittelt sowie ausgewählte histomorphologische Parameter erfasst, namentlich Höhe der Darmzotten, Kryptentiefe, das Verhältnis dieser beiden Größen und die Kryptenbreite.
Der Wasserverbrauch wurde durch die Zulagen im Tränkwasser nicht verändert. Auch der Futterverbrauch aller Versuchsgruppen war ähnlich, nur die Oreganoöl-Probiotikum-Gruppe wies einen geringfügig höheren Futterverbrauch ab der dritten Versuchswoche (Tage 14-42) auf. Entsprechend war auch das Verhältnis von Wasser- zu Futterverbrauch in allen Versuchsgruppen übereinstimmend und Wasser- und Futterverbrauch wiesen eine enge Korrelation über den gesamten Versuchsverlauf auf. Die Wachstumsleistung der Masthühner sowie Leber- und Abdominalfettpolstermassen wurden nicht durch die Zulagen im Tränkwasser beeinflusst (P>0.05). Der pH-Wert der Exreta und ihr Trockenmassegehalt wurden nicht durch die Zulagen im Tränkwasser verändert. Die Zulage des Pobiotikms und der Kombination Oreganoöl-Probiotikum bewirkte eine größere Höhe der Darmzotten im Ileum. Für die Kombination Oreganoöl-Probiotikum wurde auch eine ausgeprägtere Kryptentiefe ermittelt, die sich in einem weiteren Verhältnis von Zottenhöhe zu Kryptentiefe widerspiegelte. Insgesamt deuten diese Befunde auf eine günstige Beeinflussung der Darmgesundheit durch die geprüften Zulagen im Tränkwasser hin.
Somit kann die Verabreichung der geprüften Zusätze in den gewählten Konzentrationen zum Tränkwasser als mögliche Verabreichungsform betrachtet werden, ohne dabei die Bereitschaft der Masthühner zur Wasseraufnahme zu beeinträchtigen. Die Leistungsmerkmale sowie Leber- und Abdominalfettpolstermassen waren ebenso nicht von den Zulagen im Tränkwasser beeinflusst. Für die Darmgesundheit konnte für einzelne Merkmale eine günstige Beeinflussung durch die geprüften Zulagen im Tränkwasser ermittelt werden. In weiteren Studien sollte untersucht werden, wie sich die Verabreichung unterschiedlicher Konzentrationen der geprüften Zusatzstoffe im Tränkwasser auf Broiler auswirkt.