Die nicht zu übersehende Krise einer Theologie, die kaum noch die breite Öffentlichkeit erreicht, kann nicht auf die Säkularisierung oder den allgemeinen Bedeutungsschwund der Religion zurückgeführt werden. Die gegenwärtige Theologie hat vielmehr ein Problem mit ihrer eigenen Methode, so die These, die dieser Essay griffig herausarbeitet.

Im Zentrum steht die paradoxe Beobachtung, dass das Erfolgsrezept der Geisteswissenschaften, ihre fortschreitende Spezialisierung zu Fachdiskursen, zugleich ihre Urteilskraft einschränkt. Beim Versuch, Position zu beziehen, verschwimmen die Kriterien des theologischen Urteils hinter den vom jeweiligen Diskurs geforderten Differenzierungen.

Das Buch legt an fünf Beispielen aus der Ethik und der Glaubenslehre die Mechanismen dieser „Diskursfalle“ offen:

Wie ist gerechter Friede möglich?
Welche Ressourcen helfen zur Bewältigung von Schwangerschaftskonflikten?
Ist es legitim, Menschen beizustehen, die das Ende ihres Lebens selbst in die Hand nehmen wollen?
Was trägt der Glaube an den Weltschöpfer zur Überwindung von Queerfeindlichkeit bei?
Was sind die Stärken und Schwächen einer problemgeschichtlich arbeitenden Glaubenslehre?

Der Autor und die Autorin zeigen Wege zu einer kriterienstarken Theologie auf, die Chancen auf öffentliches Gehör hat.

Ein Plädoyer für urteilsfähige Theologie, die über das Korsett der vom eigenen Fach vorgezeichneten Problemstellungen hinausgehen und sich den die Öffentlichkeit heute umtreibenden Fragen zuwenden will.