Literatur lebt in ihren Geschichten von Grenzgängern, Eigenbrötlern, Nonkonformisten und Sonderlingen. Das Heraustreten aus konventionellen Ordnungen entfaltet ein ästhetisches sowie (kultur)kritisches Potential, das etablierte Geltungsansprüche hinterfragt. Überkommene Vorstellungen von klar umrissenen Figuren und Gruppen an Außenseitern sehen häufig von der vitalen Pluralität und den dynamischen Prozessen von Andersheit ab. Mit „Außenseiterschaft" soll demgegenüber die Heterogenität des Außer-Ordentlichen und Abseitigen akzentuiert werden, deren Variabilität sich insbesondere vor dem Hintergrund einer interkulturalitätstheoretischen Reflexion von Grenzziehungen zeigt.