Der Sammelband widmet sich deutschsprachigen Reisen ins Osmanische Reich sowie den kulturellen Artefakten, die aus diesen hervorgegangen sind. Die Beiträge untersuchen in historischer Perspektive die lange, spannungsreiche Beziehung zweier kultureller Räume, die bis in die Gegenwart reicht. Gegenüber der orientalistisch ausgerichteten Forschung ermöglicht der Fokus auf die geographische und politische Einheit des Osmanischen Reichs eine Schärfung des Untersuchungsgegenstandes. Nicht ein imaginierter Orient steht im Vordergrund, sondern das Osmanische Reich als realer Erfahrungsraum. Das bedeutet auch, dass nicht allein Diskurse über die ›Türken‹ analysiert, sondern konkrete Kulturkontakte behandelt werden. In den Blick genommen werden dabei Praktiken des Austauschs und der Vernetzung, welche die Verflechtung der Kulturen sichtbar machen. Zudem zwingt der Fokus auf das Osmanische Reich zu einer historisch sensiblen Verfahrensweise, welche die wechselnden Machtverhältnisse zwischen den deutschsprachigen Gebieten und den Osmanen im Blick behält. Im historischen Zugriff auf das Thema umspannen die Aufsätze den Untersuchungsrahmen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert und fokussieren beispielsweise dabei einen engeren Zeitraum oder beleuchten eine diachrone Spanne.