Die lückenlose digitale Nachverfolgung von Erzeugnissen auf dem Shopfloor produzierender Unternehmen ist die Basis für eine effiziente operative Auftragsabwicklung. Dies gilt insbesondere für produzierende Unternehmen, welche zugleich eine hohe Produkt- als auch Prozessvarianz integrieren. Ein Beispiel sind additive Produktionssysteme. Innerhalb dieser Produktionssyteme kommen additive Fertigungsverfahren zur Erzeugung von Produkten zum Einsatz. Die geometrische Freiheit eines schichtweisen additiven Aufbaus der Produkte erlaubt die Fertigung breiter Produktspektren innerhalb eines einzigen Produktionssystems. Gleichzeitig existiert heute eine Vielzahl additiver Fertigung- und Nachbearbeitungsverfahren, womit die Prozessvarianz hoch ist. Insgesamt entsteht eine zunehmende Komplexität in der Nachverfolgung einzelner Aufträge auf dem Shopfloor. In neuen Technologien, wie Computer Vision, besteht heute eine Chance zur Auflösung dieser steigenden Komplexität. Die Auslegung und Applikation solcher Systeme stellt heute für produzierende Unternehmen in der additiven Fertigungsbranche eine Herausforderung dar.
Der zentrale Gegenstand der vorliegenden Dissertation ist die Konzeption und Validierung eines organisatorischen Rahmenwerks zur Auslegung der digitalen Auftragsnachverfolgung für den Shopfloor additiver Produktionssysteme. Das Rahmenwerk ist innerhalb eines allgemeingültigen Gestaltungsmodells konzipiert worden, welches für den jeweiligen unternehmensspezifischen Anwendungsfall ausgelegt werden kann. Anhand einer Vielzahl von Gestaltungsempfehlungen innerhalb der jeweiligen Elemente ist eine Applikation des Gestaltungsmodells auf unternehmensspezifische Anwendungsfälle sichergestellt. Die praktische Anwendbarkeit der Ergebnisse ist anhand zweier Fallbeispiele validiert.