Die vorliegende Arbeit rekonstruiert anhand exemplarischer Dokumente der kirchlichen Sozialverkündigung deren Freiheitsbegriff. Die Analyse zielt darauf ab, die Konturen eines christlich-sozialethischen Freiheitsbegriffs zu zeichnen.

Bei der Durchsicht katholisch-sozialethischer Einführungsliteratur der vergangenen Jahrzehnte fällt auf, dass das Thema der menschlichen Freiheit keine besondere Aufmerksamkeit genießt. Die Idee der Freiheit ist weder eines der klassischen Sozialprinzipien wie Personalität, Subsidiarität und Solidarität, noch fand sie bisher an Seite der neueren Sozialprinzipien – Gemeinwohl, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit – Eingang in den „offenen Kanon“. Dies bekräftigt die schon öfters geäußerte These, dass dem Freiheitsgedanken in der katholischen Soziallehre bislang eher eine nachgeordnete Rolle zukommt und es sich um ein Desideratum christlich-sozialethischer Forschung handelt. Diesem möchte die vorliegende Arbeit entgegenwirken, indem sie anhand exemplarischer Dokumente der kirchlichen Sozialverkündigung deren Freiheitsverständnis historisch rekonstruiert. Die Analyse zielt darauf ab, die Konturen eines christlich-sozialethischen Freiheitsbegriffs zu zeichnen.