Wie die Geschichte des Zweiten Bildungswegs und speziell der Abendrealschule in Essen interessant und spannend ist, so ist auch die Essener Stadtgeschichte der letzten 60 Jahre voller Höhepunkte. Beide sind bis heute stetig dabei, sich verändern und aus Fehlern der Vergangenheit lernen zu wollen.
Bei den vorbereitenden Arbeiten zu dieser Festschrift ist dem Verfasser aufgefallen, dass manches aus der Geschichte der Abendrealschule Essen der Geschichte der Stadt Essen verblüffend ähnelt. So spielt das Thema „Verspätungen“ eine große Rolle.
Nicht nur, dass sich die Studierenden des Zweiten Bildungsweges verspätet und nochmalig damit auseinandersetzen, einen qualifizierteren Schulabschluss zu erlangen. Und das natürlich auch später am Tag, wenn die „normalen“ Schüler und Arbeitnehmer bereits den Feierabend genießen.
Auch der erste Schultag der Abendrealschule, der laut Ankündigung zum 01.10.1964 vorgesehen war, verzögerte sich bis zum 03.11.
So ist auch in der Essener Stadtgeschichte der jüngeren Vergangenheit so einiges mit reichlich Verspätung passiert: das alte Rathaus wurde 1964 abgerissen, ohne ein neues in der Hinterhand zu haben (erst 1979 war das neues Rathaus fertig). Der Bau der ersten U-Bahn-Strecke vom Hbf. Richtung Rüttenscheid/Bredeney wurde zwar bereits 1967 bewerkstelligt, aber erst 1986 fertig gestellt.
Zu guter Letzt wurde auch die 60-Jahr-Feier der Abendrealschule kurzerhand in den Juli 2025 verlegt – also gute acht Monate nach dem eigentlichen Jubeltag im November 2024.
Und vielleicht Beweis dafür, dass manche Dinge eben doch Zeit brauchen, um gut werden zu können.
Daher und auch aus anderen Gründen war es für den Verfasser sehr reizvoll, die Geschichte der Abendrealschule mit der Essener Stadtgeschichte zu verweben: beide sind bis heute stetig dabei, sich verändern und aus Fehlern der Vergangenheit lernen zu wollen.