Die Unruhe unserer heutigen Zeit kann positiv interpretiert werden, versteht man sie nicht als Abwesenheit von Ruhe, sondern als Mittlerin zwischen Ruhe und Bewegtheit. Für die spezifische Wesensart unserer Zeit gibt es keine Blaupause, aber es gibt historische Wendepunkte und Persönlichkeiten, die uns durch ihr Denken und Handeln Orientierung bieten können. Alexander von Humboldt ist solch ein unruhiger Geist. Seine Welt(en)vorstellung der Einheit in der Vielfalt kennt keinen Stillstand, sondern nur Bewegung.
In seinem Buch geht Christian Schumacher dem Natur- und Kulturforscher nach, dessen Leben und Werk uns bis heute nicht nachlassen zu faszinieren. Wir verspüren eine hintergründige Neugierde an den Vorstellungen Humboldts, gerade weil wir uns selbst in einer unruhigen Zeit befinden. Dasjenige, an dem sich Humboldt selbst bei all seiner Unruhe stets orientierte, war das Ganze. Sein gesamter Kosmos wird von dem Gedanken getragen, die unterschiedlichen Vorstellungen der Welt(en) ganzheitlich zusammenzudenken. Und diese Arbeit ist bis heute nicht abgeschlossen.