Wie verkauft man einem Konsumenten gewöhnlichen Röstkaffee für unglaubliche 80 Euro pro Kilogramm, ohne dass er sich betrogen fühlt? Man verkauft den Kaffee nicht mehr in Tüten, sondern in glänzenden, grammgenau portionierten Aluminiumkapseln und eröffnet dazu Boutiquen, die an teure Juweliere erinnern. Dies ist die Meisterleistung der Kapsel-Ökonomie, perfektioniert von Marken wie Nespresso.
Das Geschäftsmodell basiert auf einer extrem lukrativen Weiterentwicklung des klassischen "Razor-and-Blades"-Prinzips. Die Kaffeemaschine wird günstig verkauft, um den Konsumenten in ein geschlossenes System zu locken. Der eigentliche Geniestreich liegt jedoch in der Neukalibrierung der Wertwahrnehmung. Indem die Portionsgröße so stark verkleinert wird, verliert der Käufer jegliches Gefühl für den eigentlichen Kilopreis. Die Kapsel wird zum emotionalen Lifestyle-Produkt stilisiert, das Convenience und vermeintliche Exklusivität perfekt vereint.
Dieses Buch zerlegt die geniale Verkaufspsychologie hinter dem Kapsel-Phänomen. Es zeigt Marketern und Unternehmern, wie man durch Design, künstliche Verknappung und die Isolation des Konsumenten in einem proprietären System selbst die banalsten Alltagsprodukte in hochmargige Luxusgüter verwandeln kann.