Immer mehr Künstler·innen aus der Mehrheitswelt jenseits des klassischen „Westens“ verhandeln
Fragen nach der eigenen Geschichte und Herkunft anhand von Fotografien aus der Kolonialzeit.
In ihren Werken verbinden sie persönliche Erlebnisse mit kollektiven Erfahrungen, verknüpfen
Gedächtnisspuren mit künstlerischer Imagination. Durch textile, fotografische, filmische und
skulpturale Collagen entstehen neue Erinnerungen, die nicht bei einer historischen Reflexion
kolonialistischer Unterdrückung haltmachen, sondern in Bewegung bleiben, sich widersetzen
und als lebendiges Fundament für die Zukunft dienen. Der Band Fast ein Paradies, der anlässlich
der gleichnamigen Ausstellung im Museum Rietberg erscheint, ist die erste Gesamtschau dieses
internationalen Phänomens. Texte zu den beteiligten Künstler·innen werden ergänzt durch kritische
Beiträge zur Geschichte der kolonialzeitlichen ­ Fotografie.
Kimberly Juanita Brown ist Direktorin des Institute for Black Intellectual and Cultural Life am
Dartmouth College. Nanina Guyer ist Kuratorin für Fotografie am Museum Rietberg. Patricia Hayes ist Inhaberin des Lehrstuhls für Visual History & Theory an der University of the Western Cape.
Deborah Willis leitet den Fachbereich Photography & Imaging an der New York University. Bindi Vora ist interdisziplinäre Künstlerin und leitende Kuratorin der Galerie Autograph, London.