Die Bilanzierung von latenten Steuern ist aufgrund der komplexen Thematik in der Literatur wie auch in der Unternehmenspraxis teilweise umstritten. Insbesondere wird die Berücksichtigung von latenten Steuern im Rahmen der wertorientierten Unternehmenssteuerung mittels accountingbasierter Wertbeitragskennzahlen überwiegend abgelehnt. Die Autorin greift diese kritische Grundhaltung auf und befasst sich in dem Werk mit der Relevanz von latenten Steuern für das externe Rechnungswesen und die wertorientierte Unternehmenssteuerung. Unter Berücksichtigung von Wahlrechten und Ermessensspielräumen wird die Bilanzierung und Bewertung von latenten Steuern nach HGB, IFRS und US-GAAP einer umfassenden kritischen Analyse unterzogen. Es werden die Beweggründe für die Bilanzierung von latenten Steuern im Rahmen der pagatorischen Rechnungslegung untersucht und Handlungsempfehlungen zur Handhabung von Wahlrechten und Ermessensspielräumen herausgearbeitet, um die Komplexität von latenten Steuern handhabbar zu machen. Dieses Werk ist ein Beitrag zur Reduktion der Intransparenz von latenten Steuern. Neben der Relevanz von latenten Steuern für das externe Rechnungswesen befasst sich die Autorin mit der Bedeutung von latenten Steuern für die wertorientierte Unternehmenssteuerung. Diese wird umfassend am Beispiel des Economic Value Added (EVA®) untersucht. Es wird anhand einer formal-quantitativen Analyse gezeigt, dass latente Steuern nicht nur eine komplexitätserhöhende Rechnungslegungsgröße darstellen, sondern sich positiv auf den Informationsgehalt von Rechnungsabschlüssen und accountingbasierten Steuerungskennzahlen auswirken.