Seit den 1980er Jahren ist Beratung im sozialen und Dienstleistungskontext als Methode zentral. Sie entspricht der Kultur einer modernen, liberalen und individualisierten Gesellschaft. Gleichzeitig mit ihrer Konjunktur wurde Beratung zum Gegenstand wissenschaftlicher Beobachtung und Kritik: Im Fokus steht dabei die Frage, wie ihr rechtsstaatlicher ethischer Rahmen, ihre Prozessmodelle und ihre Methoden begründet und konzipiert sind.

Katharina Gröning kritisiert die therapeutische Ausrichtung von Beratung und legt ein sozialwissenschaftlich fundiertes Prozessmodell vor. Aus beratungswissenschaftlicher Perspektive nähert sie sich jenen Forschungen, die für das Verstehen, das Schaffen eines vertrauensvollen symbolischen Raumes und das Beurteilen eines Falls in der Beratung bedeutsam sind. Ihr Zugang stellt gesellschaftliche und sozialwissenschaftliche Aspekte der Beratung in den Mittelpunkt, um sich von der klinischen Fixierung zu lösen.