Opera where it doesn't exist fordert den etablierten Musiktheaterbetrieb radikal heraus – ein faszinierendes Plädoyer für die Oper jenseits ihrer goldenen Käfige.
Die Herausgeberinnen Hartung und zur Nieden versammeln Stimmen aus Wissenschaft und Praxis, die die Gattung Oper in ungewöhnlichen Kontexten neu denken: am Ostseestrand, in ländlichen Räumen, abseits elitärer Institutionen. Hier wird die Peripherie zum Labor für Innovation, wo sich klassischer Kanon und experimentelle Formen begegnen.
Die Beiträge beleuchten schonungslos die Machtstrukturen des Opernbetriebs und erkunden gleichzeitig sein transformatives Potenzial. Wenn Arien am Strand erklingen und Publikum sich frei zwischen Darstellenden bewegt, entstehen neue Rezeptionsweisen und Gemeinschaftserfahrungen. Die Autoren zeigen: Gerade in Grenzbereichen findet die Oper zu ihrer ursprünglichen Kraft zurück.
Ein intellektuell herausfordernder Band für alle, die Musiktheater nicht als museales Erbe, sondern als lebendigen gesellschaftlichen Diskursraum begreifen – reich bebildert und ästhetisch anspruchsvoll gestaltet. Die Zukunft der Oper liegt nicht im Zentrum, sondern an den Rändern, wo sie ihre politische und soziale Relevanz neu beweisen muss.