Das Teatro Sociale di Udine prägte als wichtigstes Theater etwa
140 Jahre lang das kulturelle Leben der Stadt Udine. Anhand der
Agenden des Impresarios Cesare Trevisan, der zwischen 1867 und
1876 das Haus für sieben Sommerspielzeiten pachtete, werden in
diesem Band die Produktionsmechanismen für die Gattung Oper an
einem durchschnittlichen norditalienischen Provinztheater in der
zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erforscht. Kernthemen sind die
Verwaltung durch die Theatergesellschaft, die Arbeit des Impresarios,
die Finanzierung des Theaterbetriebs sowie die Anstellung und
Bezahlung von Musikern, Chormitgliedern und Theaterpersonal. Als
Vergleich wird das Gran Teatro La Fenice di Venezia herangezogen, an
dem Trevisan im selben Zeitraum ebenfalls für eine Opern-stagione
verantwortlich war und das damals wie heute zu den berühmtesten
Opernhäusern zählt. Ein interdisziplinärer Ansatz berücksichtigt die
gesellschaftspolitischen und soziokulturellen Rahmenbedingungen
der Zeit.