Mit der Publikation „Blow-Up“ erscheint der umfassende, reich bebilderte Katalog zum Schaffen von Franz Gertsch (1930–2022) nun in deutscher und französischer Sprache. Begleitend zur Ausstellungskooperation, die nach Stationen im Louisiana Museum of Modern Art, Humlebaek (DK) und den Deichtorhallen Hamburg (D) nun im Kunstmuseum Bern (CH) und im Museum Franz Gertsch in Burgdorf (CH) zu sehen ist, beleuchtet das Buch Gertschs radikale Neudefinition des Realismus – vom legendären Medici-Gemälde bis zum meditativen Spätwerk. Im Fokus steht das namensgebende „Blow-Up“-Verfahren: die monumentale Vergrößerung fotografischer Vorlagen, die Gertsch in monatelanger Präzisionsarbeit auf Leinwand oder Holz übertrug. Mit einer umfassenden Werkliste sowie Beiträgen von Tobia Bezzola, Kathleen Bühler, Florian Illies, Dora Imhof, Ulrich Loock sowie einem Gespräch mit Hans Ulrich Obrist ist dies der maßgebliche Band zu einem der bedeutendsten Schweizer Künstler der Gegenwart.

Der Schweizer Künstler Franz Gertsch (1930–2022) erlangte 1972 mit dem Monumentalgemälde Medici auf der documenta 5 Weltruhm. Er gilt als ein wegweisender Protagonist des Fotorealismus und als Erneuerer des zeitgenössischen Holzschnitts. Sein Œuvre zeichnet sich durch handwerkliche Perfektion und die Transformation von Fotografie in großformatige Malerei und Grafik aus.