Seit der Corona-Pandemie hat die Arbeit im Homeoffice an Bedeutung und vor allem auch an Sichtbarkeit in der öffentlichen Diskussion gewonnen. Auch wenn inzwischen die Arbeit an vorher üblichen Arbeitsorten glücklicherweise wieder möglich ist, arbeiten mehr Menschen „remote“, als es vor der Pandemie üblich war. Was auf den ersten Blick nur ein anderer Arbeitsort ist, wirft zahlreiche Fragen auf, die für traditionelle Settings wie das Büro längst beantwortet waren. Gleichzeitig stellen sich neue Fragen: Arbeiten Menschen im Homeoffice zu wenig (wie es leicht mit traditionellen Prinzipal-Agenten-Modellen zu erklären wäre)? Oder arbeiten sie zu viel, möglicherweise über gesetzlich definierte Grenzen hinaus – etwa um als besonders leistungsfähig zu gelten, höhere Boni zu erhalten und sich für Beförderungen zu empfehlen? Und welche Rolle spielen traditionelle Controlling-Instrumente wie Leistungsbeurteilung und Feedback im Homeoffice-Kontext?

Diese Fragen werden anhand von Experteninterviews und eines Experiments beanwortet. Die häufig dyadische Befragung unter Einbeziehung von Angestellten und Vorgesetzten zeigte dabei, dass übliche Mechanismen auch weiterhin überraschend gut funktionierten. Oftmals wurden sinnvollerweise klassische Handlungs- durch Ergebniskontrollen, wie Leistungsfeedback, ersetzt. Dieses eine Muster, das neben weiteren spannenden Ergebnissen in den Interviews aufgedeckt wurde, führte zur Untersuchung von Feedback im Homeoffice-Kontext.

Die experimentelle Studie untersuchte Non-Compliance, konkret in Form der Überschreitung vorgegebener Maximalarbeitszeiten. Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen im Homeoffice nicht grundsätzlich mehr oder weniger Non-Compliance aufweisen. Es hängt vielmehr vom Feedback – und damit einem wichtigen Controlling-Instrument – ab, so dass dieses in Abhängigkeit des Arbeitsorts gewählt werden sollte.