Ein historischer Roman im Jahr 1250 irgendwo im heutigen Ostwestfalen.

Ein Werk, das nicht den gängigen Regeln der fiktionalen Buchschreibung folgt, mit hintergründigem Humor und tiefgründiger Introspektive, das auch vor der Erkenntnis über gesellschaftliche und menschliche Wahrheiten – damals wie heute - nicht Halt macht.
Dabei bleiben wir dicht dran, an der jugendlichen Hauptfigur und ihrem Weg des Erwachsenwerdens als „Maulwurf unter Adlern“, mit dem Blick von innen und von außen.
Dem Autor darf man diesen Blick zutrauen, ist er doch mit einem Visus von 0,1 „Fachmann im Erleben des schlechten Sehens“.
Dennoch, oder vielleicht deshalb, ist dies kein Buch, das belehren oder Mitleid erregen will, sondern eher ein Gedankenexperiment, wie anders oder ähnlich es vor fast 800 Jahren gewesen sein könnte, seinen Weg ins Leben zu finden, wenn man ihn nicht so deutlich sehen kann.
„Sieh doch Blinder“ ist dabei keineswegs nur eine Aufforderung an den jungen Protagonisten, sondern vielmehr auch an die Leser, auf das Wesentliche zu achten und sich nicht von Schein und Form ablenken zu lassen.
Ganz bewusst hat sich der Autor daher entschieden, den orthografischen Fehler im Titel beizubehalten. Wer nur diesen sieht, bleibt an der Oberfläche und wird das Wesen dieses Buches und das Wesen der Welt niemals entdecken können.

Kleine Kracht, spielt in seinem Werk immer wieder darauf an, was auch Antoine de Saint-Exupéry in „Der kleine Prinz“ in die Welt getragen hat, dass wir nicht allein mit den Augen gut sehen. Herz und Verstand dürfen zur wahren Erkenntnis nicht fehlen. Dieser Gedanke findet sich auch in dem Lied, das Harald Kleine Kracht als Texter, Komponist und Interpret zum Buch veröffentlicht hat und das in einer Rohfassung bei Youtube zu hören ist: https://youtu.be/m5U-WXLhjlE?si=Pn32a5DMHLO6iWDp.