Lärmschwerhörigkeit zählt zu den häufigsten anerkannten Berufskrankheiten in Deutschland und stellt trotz geltender Normen eine erhebliche Belastung in der Arbeitswelt dar. Insbesondere Kreissägen verursachen hohe Schallemissionen, deren Hauptquelle das aeroakustische Verhalten rotierender Sägeblätter ist. Bislang fehlte jedoch eine methodische Grundlage, um dieses Verhalten gezielt für die Lärmminderung zu gestalten.



Die vorliegende Arbeit entwickelt hierfür eine wissensbasierte Vorgehensweise, die auf experimentellen und simulationsgestützten Untersuchungen beruht. Im ersten Schritt wird ein empirisch-analytischer Ansatz zur Bestimmung tatsächlich notwendiger Spanraumvolumina vorgestellt. Darauf aufbauend erfolgt die numerische Modellierung des aeroakustischen Verhaltens, die durch experimentelle Messungen validiert wird. Mit diesem Modell werden Parameterstudien durchgeführt, um die Einflüsse verschiedener Geometrie- und Konstruktionsmerkmale auf die Schallemissionen zu bewerten. Die Ergebnisse bilden eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für lärmarme Gestaltungskonzepte von Kreissägeblättern und liefern eine erweiterte Wissensbasis für die industrielle Praxis.