Die vorliegende Studie rückt anhand von einzelnen Tagebüchern, Memoiren, Zeitungen und Werbebroschüren, aber auch Fotografien und literarischen Zeugnissen das Schiff als besonderen Ort in der jüdischen Migrationsgeschichte nach Palästina von 1918 bis 1938 in den Mittelpunkt. Die Novelle von Herbert Friedenthal "Die trunkene Diana“ – die hier auch abgedruckt ist – ist dabei der Ausgangspunkt für die Überlegungen der Studie und steht stellvertretend für die vielfältigen Quellen, die den maritimen Raum und die spezifischen Rahmenbedingungen, die unterschiedlichen Prozesse wie Erfahrungen der Zeit sichtbar werden lassen.
Im Zusammenspiel eröffnen diese Quellen Einblicke in die wirtschaftlichen, politischen wie auch emotionalen Topographien der Migrationsgeschichte, die so bisher kaum beachtet worden sind. Dank der hier aufgezeigten Schlaglichter können so die sozio-politischen und ökonomischen Strukturen wie auch die prägenden regionalen Bezüge, die Vorstellungsmuster, Netzwerke und Akteur:innen sowie die Mechanismen und Erfahrungen der (Zwangs-)Migrationen analysiert werden.