Bald nach Ende der napoleonischen Kriege lockte die Rheinromantik eine rasant wachsende Zahl Vergnügungsreisender an den europäischen Strom. Für den gerade entstehenden ersten Massentourismus der Welt beauftragte der finanziell angeschlagene Buchhändler und Verleger Friedrich Wilmans in Frankfurt einen mittellosen Bielefelder Künstler, Friedrich Wilhelm Delkeskamp, einen neuartigen Rhein-Reisebegleiter in einer Mischform zwischen Bild und Landkarte zu entwickeln. Ihr zu einem leicht transportablen Leporello aufgefaltetes Vogelschau-Panorama wurde gleich ein Bestseller, und so haben seit 1825 rund neunzig Verlage aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Belgien, Großbritannien und sogar aus Dänemark eine Vielzahl fantasievoller Varianten geschaffen. Panoramen sind zugleich kulturhistorische Dokumente: Sie spiegeln die Demokratisierung des Tourismus wider, den rapiden Fortschritt beim Verkehr und in der Drucktechnik, die rege Bautätigkeit und die Stadtentwicklung am Rhein. Sie illustrieren zudem die anti-französischen Ressentiments im Deutschland des 19. Jahrhunderts, die Zeiten des Ersten Weltkriegs und des Nationalsozialismus, den Aufbruch in der Weimarer Republik und den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Dieses Buch berichtet über Künstler, Verleger und Raubkopierer und über die Frau, die (mit dem Aquarell auf dem Cover) den Anstoß für das erste Panorama gab, zeigt die schönsten Panoramen und leistet mit über 600 Abbildungen einen neuen Beitrag zu Rheinromantik und Tourismusgeschichte.