Die extraterritorialen Auswirkungen von Steuersystemen sind seit den "Panama Papers" ein kontrovers diskutierter Bereich, der bedeutende Regulierungsbemühungen nach sich gezogen hat. Kaum diskutiert wurde bislang die Frage, wie die im globalen Steuersystem bestehenden Probleme - etwa des "schädlichen Steuerwettbewerbs" - aus menschenrechtlicher Sicht zu bewerten sind. Silke Weller untersucht Phänomene der internationalen Steuerpolitik vor dem Hintergrund der Debatte um extraterritoriale Staatenpflichten und fragt, inwiefern sich steuerpolitische Verhaltensweisen mit extraterritorialen Auswirkungen als Verletzung von Menschenrechtsverträgen einordnen lassen und welche Konsequenzen aus einer solchen "Humanisierung" internationaler Steuerpolitik folgen könnten.