Man schreibt das Jahr 1503. Die Reformation schickt bereits ihre Schatten voraus und der Antisemitismus ist allgegenwärtig, als sich im Handelsstädtchen Villach die Wege zweier Männer, deren Werk gleichfalls bis heute nachwirkt, kreuzen. Die Rede ist vom Universalgelehrten Paracelsus und dem Kunstmaler Thomas Artula, dem bekannten Meister von Villach.
Während Paracelsus sich anschickt, mit neuen Zugängen und Erkenntnissen weltweit zum Begründer der modernen Medizin zu werden, erreicht im angrenzenden italienischen Raum die Renaissance ihren Höhepunkt. Für Meister Thomas, dessen Werkstatt den Alpenraum erfolgreich mit Wandfresken, bunten Glasfenstern, Schnitzfiguren und Altarbildern beliefert, keine leichte Zeit, denn er hält an gotischen Formen, mittelalterlichen Prinzipien und seinem „weichen Stil“ fest.
In einer alles andere als gerechten Welt privilegierter Adeliger, unterdrückter und von Türkeneinfällen heimgesuchter Bauern, heruntergekommener Klöster und grober Umgangsformen behauptet sich der Villacher Meister aber als Weiser und offener Geselle. Nur seine vife und geheimnisumwobene Ziehtochter Minna vermag sich in die längst brüchig gewordene Ordnung nicht einzufügen.