Störfall Eichmann: Bonn und die Jerusalem-Operation des BND

Konrad Adenauer sah im Eichmann-Prozess eine Bedrohung für das Ansehen der Bundesrepublik, wo viele Funktionseliten des NS-Staats wieder Einfluss gewonnen hatten. Kanzleramtschef Hans Globke, der im Kernbereich der rassistischen Agenda aktiv gewesen war und sich nach 1945 zum heimlichen Widerstandskämpfer stilisierte, musste mögliche Enthüllungen am meisten fürchten. Also ließ er das Büro der Verteidigung vom BND unterwandern, der dann minutiös über die Verfassung des Judenmörders und die Strategie seines Anwalts berichtete, ja sie sogar beeinflusste. Der Autor zieht das Panorama einer Vergangenheit auf, der keineswegs mit »Verdrängung«, sondern mit aktiver Abwehr begegnet wurde.