Religion und Politik sind in Israel/Palästina auf vielen Ebenen eng miteinander verwoben. Israel versteht sich als „jüdischer Staat“ – eine ethnische, aber (trotz säkularer gesellschaftlicher Mehrheit) eben auch religiöse Definition, die mit dem Anspruch einer bis in die biblische Zeit zurückreichenden Verwurzelung im Land verbunden ist. Ähnlich identifizieren sich die arabischen Palästinenser und die Angehörigen der übrigen Volksgruppen wesentlich über ihre jeweilige Religion. Die unterschiedlichen historischen und gesellschaftlichen Narrative und damit die konkreten Frontstellungen in den gewaltsam ausgetragenen Konflikten schließen damit unweigerlich immer auch eine religiöse Dimension ein: Religion wird dadurch schnell zum Argument von Abgrenzung und Rechtfertigung von Gewalt – Appelle aus den religiösen Traditionen zu friedlichem Ausgleich, Gerechtigkeit und Versöhnung bleiben meist ungehört. Die Beiträge fragen nach den Hintergründen dieser Gemengelage: Sie werfen Schlaglichter auf den Umgang mit Bibel und Koran zur Rechtfertigung von Ansprüchen, fragen nach alternativen Perspektiven religiöser Verständigung und beleuchten Konsequenzen für die konkreten Lebensverhältnisse. Mit Beiträgen von Katja Buck, Friedmann Eißler, Rainer Hermann, Stephan Lauber, Gilead H. Shenhav, Gabriela Zinkl SMCB.