Vom Gang des Volkes Israel durch die Wüste über die Kirchen des Mittelalters und der Frührenaissance bis hin zur Gegen­wartskunst eines James Turrell verfolgt Georges ­Didi-Huberman die Gestalt eines gehenden ­Menschen, der sich im absolut verlassenen Raum der reinen ­Farbe und nichts sonst gegenüber sieht. Kon­stante Motive des Essays sind Abwesenheit und ­Unähnlichkeit als zentrale Momente einer Kunst aus Licht und Farbe. 

In seinen Lichtinstallationen, die nicht selten abgeschlossene Kammern sind, verleiht James Turrell dem vermeintlich Immateriellen – dem Zwischenraum, dem Lichtstrahl, dem ­Himmel, der Finsternis, der reinen Farbe – Masse und Dichte. Er schafft Farbräume, in denen nicht viel Platz zum Gehen ist. Und wenn die Betrachtung eines Kunstwerks einem Gehen durch die Wüste vergleichbar wäre?