Die römischen Münzschatzfunde aus dem Ausseerland markieren zwei Phasen der tiefgreifenden politischen und ökonomischen Umbrüche des 3. Jahrhunderts n. Chr. Der Kampwalder Hort (241/243) wird im Spannungsfeld zwischen öffentlicher Verwaltungskassa, gewaltsamer Geldentnahme und ungeplanter Münzdeponierung interpretiert, der Fund von der Pötschenwand (271) vor dem Hintergrund rascher geld- und wirtschaftspolitischer Veränderungen sowie kultischer Praktiken. Ergänzt durch die Einzelmünzfunde entlang der Verkehrswege und in den Siedlungen der bergbaulich geprägten Region ergibt sich ein differenziertes Bild monetärer und wirtschaftlicher Aktivitäten, administrativer Organisation und ritueller Praktiken in dieser inneralpinen Modellregion.