Sauerkraut Boulevard

In den 1930er-Jahren war die East 86th Street das Herz der deutsch-amerikanischen Gemeinschaft in Manhattan. Die Einheimischen nannten sie liebevoll »Sauerkraut Boulevard« – ein Viertel, in dem Deutsch auf der Straße gesprochen wurde.
Doch zwischen Apfelstrudel und Heimatabenden formierte sich auch etwas anderes: der German-American Bund. Die Organisation versammelte Nazi-Sympathisanten, die in Uniformen durch die Straßen von Yorkville marschierten – amerikanische Flaggen neben Hakenkreuzen.
Rengha Rodewill dokumentiert dieses vergessene Kapitel der New Yorker Stadtgeschichte: die Jahre, in denen der Nationalsozialismus mitten in Amerika Fuß zu fassen versuchte – und die Menschen, die sich ihm entgegenstellten. Unter ihnen der jüdische Richter Nathan Perlman und der Gangster Meyer Lansky, die mit ungewöhnlichen Mitteln dafür sorgten, dass die Nazi-Versammlungen ein Ende fanden. In Newark kämpften die »Minute Men« gegen den Bund.
Im zweiten Teil des Buches kommen jene zu Wort, die vor dem Nationalsozialismus fliehen mussten: Heinrich und Klaus Mann, Else Lasker-Schüler, Ernst Toller, Stefan Zweig. Ihre Texte aus dem Exil sind Zeugnisse einer verlorenen Welt.

Ein Buch über Verführung, Widerstand und die Stimmen derer, die nicht schwiegen.