Constantin von Mitschke-Collande (1884–1956) durchlebte als Künstler und Mensch die Verwerfungen des 20. Jahrhunderts: Einsatz im Ersten Weltkrieg, politisches Engagement in der Weimarer Republik, Diffamierung während der NS-Diktatur und die Zerstörung seines Frühwerks durch den Zweiten Weltkrieg. Diese Erfahrungen prägen ein Œuvre voller stilistischer Wandlungen.
Als Mitbegründer der Dresdner Sezession Gruppe 1919 wird er zur zweiten Expressionisten-Generation gezählt. Die nationalsozialistische Kulturpolitik und die Bombardierung Dresdens führten zu tiefen Zäsuren. In Nürnberg fand Mitschke-Collande eine neue Heimat und entwickelte dort bukolische wie literarisch inspirierte Bildwelten.
Beiträge von Nora von Collande, Andrea Dippel und Alexander Steinmüller zeichnen Mitschke-Collandes Lebens- und Schaffensweg nach. Erstmals wird sein Gesamtwerk in die stilistischen und kulturellen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts eingeordnet und gezeigt, wie Mitschke-Collande zwischen Avantgarde, Anpassung und Neubeginn seinen eigenen Weg behauptete. Ein umfangreicher Bildteil eröffnet den Blick auf einen Künstler, dessen Werk Antworten auf seine Zeit formuliert.