Was Alfred Fankhauser 1925 mit diesem Roman glückte, kennt in der Geschichte der Deutschschweizer Literatur keine Parallele. Mit der Geschichte des Bauern Samuel Glanzmann, der, vom göttlichen Funken erfasst und von einem unheimlichen Propheten angestiftet, ungewollt zum gedemütigten und öffentlich angeprangerten Ketzer und Rebellen wider die bernische Obrigkeit aufrückt, bis er schließlich der irdischen Gerechtigkeit entkommt und sich in einem ekstatischen Fanal vom Feuer richten lässt, das vom Himmel kommt – mit dieser visionär-eindringlichen Schöpfung ist Fankhauser nicht mehr und nicht weniger gelungen als die Verpflanzung der Großstadtkunst Expressionismus in ein bäuerliches Milieu!
Vielleicht der einzige Zeitgenosse, der dies erkannte, war der Maler und Holzschnittgraphiker Werner Neuhaus. Die Brüder der Flamme inspirierten ihn auf dem Höhepunkt seiner expressionistischen Schaffensperiode spontan zu einer Folge von zwölf meisterlichen expressiven Holzschnitten.
Diese Holzschnitte des 1934 mit 37 Jahren tödlich verunglückten Künstlers sind, nachdem sie jahrzehntelang auf einem Emmentaler Estrich dahindämmerten, in der vorliegenden kommentierten Ausgabe von Fankhausers Roman abgebildet und machen aus ihm eine künstlerische Kostbarkeit von hohem dokumentarischem Wert.