In der Rechtswissenschaft und Unternehmenspraxis ist anerkannt, dass Compliance von der Unternehmenskultur abhängt. Dabei sei es Aufgabe der Geschäftsleitung, eine auf Recht und Gesetz gerichtete Compliance-Kultur zu schaffen. Kern des Integritätsansatzes ist die Annahme, dass dies über Werte geschehen soll. Richard Beckmann zeigt die Grenzen dieses Ansatzes auf. Es wird herausgearbeitet, dass die Beeinflussung der Unternehmenskultur deutlich schwieriger ist, als häufig angenommen wird. Wird ein Unternehmen mit moralischen Appellen überfrachtet, können Regelverletzungen sogar zunehmen. Wichtig ist dennoch, ein Gespür für die unternehmensindividuellen Bindungen und Zwänge zu entwickeln, die jenseits rechtlicher Pflichten bestehen. Somit richtet sich das Buch gleichermaßen an ein Publikum aus Rechtswissenschaft und Soziologie sowie an Führungskräfte aus der Wirtschaft.