Wissenstransfer ist ein zentrales Schlagwort für die Markierung von Verwertungsansprüchen der Forschung. Trotz der vielfach kritisierten Linearität dieses Begriffs haben sich dieser und ähnliche Schlagworte in Förderinstrumenten von privaten und öffentlichen Geldgebern etabliert. Kritische und umfassende Auseinandersetzungen mit dieser Thematik sind jedoch selten.
Ausgehend von der Geschichte und dem wissenschaftlichen Diskurs zu Transfer wird in dieser Arbeit eine Perspektive und ein Framework zur Rekonstruktion von Transferverständnissen und Förderkontexten entwickelt. Am Beispiel der Rekonstruktion von Transferverläufen in Förderlinien des Bundes wird eine generelle Aktivität beschrieben: die Suchbewegungen. Diese vollziehen sich in multiplen Konfigurationen entlang des gesamten Vorhabenzyklus – von der Erarbeitung eines Forschungsprogrammes bis zur konkreten Projektumsetzung. Die Arbeit zeigt neue Wege für die Beforschung von Transferaktivitäten auf und setzt konkrete Impulse für Innovationen in der Forschungsförderung.