Was bleibt von der Erinnerung an Ausgrenzung, Flucht und Vertreibung, wenn die Zeitzeugen verschwinden? Die Studie geht dieser Frage am Beispiel des jüdischen Exils in Shanghai nach – einem bislang wenig beachteten Schauplatz der Exilgeschichte.
Im Zentrum stehen zwei Romane des 21. Jahrhunderts: Shanghai fern von wo von Ursula Krechel und Torte mit Stäbchen von Susanne Hornfeck. Erstmals wird systematisch untersucht, wie beide Werke historische Quellen – Tagebücher, Briefe, Memoiren und Essays – aufgreifen und literarisch transformieren: zu komplexen und vielschichtigen Formen des Erinnerns zwischen Fakt und Fiktion, zwischen individueller Erfahrung und kollektivem Gedächtnis.
Durch die Verbindung von Textanalyse mit kultur- und erinnerungstheoretischen Ansätzen leistet das Buch einen innovativen Beitrag zur Erforschung von Exilliteratur, historischem Roman und transkultureller Erinnerung zwischen Deutschland, Österreich und China.