Das vorliegende Werk untersucht Rechtsfälle, in denen Einzelpersonen das albanische Gewohnheitsrecht als elementare Handlungsgrundlage betrachten, was zu Spannungen mit dem staatlichen Recht führen kann.
Um diese Problematik zu durchleuchten, werden die Normen des albanischen Gewohnheitsrechts mittels historischer Methode eruiert. Danach werden in Gerichtsentscheiden die gewohnheitsrechtlichen Vorgaben abgeleitet. Hierauf wird das Konzept des Rechtspluralismus als interpretativ-analytische Methode verwendet, um die Interaktionen des albanischen Gewohnheitsrechts zur jeweiligen staatlichen Rechtsordnung zu untersuchen.
Dadurch kristallisieren sich rechtsplurale Interaktionen unterschiedlichen Charakters. Juristisch betrachtet, kann der Staat auf derartige Situationen anhand der Gesetzgebung bzw. der Rechtsprechung reagieren; so lange nicht rechtsstaatlichen Prinzipien widersprochen wird.