Mark Jeong untersucht die Szenen in der Apostelgeschichte, in denen Christusgläubige verbannt, exiliert oder aus der Stadt vertrieben werden. Dabei wird deutlich, dass die Kirche in der Apostelgeschichte als eine Gemeinschaft von politischen Exilanten dargestellt wird, die aus den Städten des Römischen Reiches verbannt oder vertrieben wurden. Im Gegensatz zu anderen frühchristlichen Texten, in denen von der Kirche im himmlischen Exil oder in Erwartung einer zukünftigen Stadt die Rede ist, stellt die Apostelgeschichte die Kirche selbst als diese "neue Stadt" dar, die zu einer Zuflucht für die vertriebenen Gläubigen wird. Das Exil bzw. die Heimatlosigkeit der Glaubenden ist demnach kein Problem, das einer jenseitigen Lösung bedarf, sondern ein Teil der neuen Lebensweise, die durch die Verkündigung des Evangeliums entsteht. Exil und Heimatlosigkeit sind mithinein zentraler Bestandteil der Nachfolge Jesu, der im Lukasevangelium selbst aus Nazareth vertrieben wird.