Dieser Band rückt die Geschichte der Region Mecklenburg-Vorpommern zwischen 1945 und 1990 aus der national verengten Perspektive der »DDR-Zeit« in den größeren Kontext des Kalten Krieges. Dabei werden die Erfahrungen von Diktatur und Systemkonkurrenz als Teil einer gemeinsamen europäischen Konfliktgeschichte betrachtet.
19 Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Ländern nehmen die politischen, militärischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Verflechtungen Mecklenburg-Vorpommerns mit der Bundesrepublik sowie mit den übrigen Anrainerstaaten der Ostsee in den Blick. Gemeinsamer Ausgangspunkt ist ein verflechtungsgeschichtlicher Ansatz, der Begegnungen, Abgrenzungen und Wechselwirkungen im Ostseeraum analysiert. Es wird deutlich, dass selbst unter den Bedingungen strikter Abschottung vielfältige Kontakte und Abhängigkeiten bestanden.
Der Band versteht sich als Impuls für eine stärker internationalisierte Regionalgeschichtsschreibung und unterstreicht die Bedeutung grenzüberschreitender Forschung für das Verständnis der gemeinsamen Geschichte des Kalten Krieges im Ostseeraum.