Das Verständnis von Repräsentation ist ein vielfach diskutierter Aspekt, dessen Bedeutung sich gerade bei der Ausgestaltung des Wahlrechts in einer parlamentarischen Demokratie offenbart. Insbesondere die Debatten um die Einführung paritätischer Wahllisten veranschaulichen diesen Diskurs. Dabei stehen in der vorliegenden Arbeit neben der Analyse verschiedener Repräsentationstheorien – im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen – sowie deren Auswirkungen auf das Wahlrecht auch die Rolle der Parteien und deren Einfluss auf das repräsentative System im Fokus. Beleuchtet wird darüber hinaus der Zusammenhang von Repräsentation und Staatlichkeit als auch das spanische Wahlrecht, welches aufgrund der Vorbildwirkung des deutschen Grundgesetzes für die spanische Verfassung eine ideale Vergleichsgrundlage bildet. Aufgrund dieser theoretischen Ausgangslage wird ein Vorschlag entwickelt, der die Möglichkeiten offener Listen im System verschiedener Repräsentationsverständnisse aufzeigt.