Der Mülheimer Maler Heinrich Siepmann (1904 – 2002) hat sich mit seinen seit Ende der sechziger Jahre entstandenen abstrakt-konstruktiven Bildern in die Kunstgeschichte der damaligen Bundesrepublik Deutschland eingeschrieben. Diese – vergleichsweise späten – in zahlreichen Museen präsenten Bilder wurden vorbereitet in Siepmanns 1948 einsetzender konsequenter Beschäftigung mit der Abstraktion, die schließlich die gegenständlichen Arbeiten der Zwischenkriegszeit ab 1957 vollständig ablöste. Die frühen, der Gegenständlichkeit verpflichteten Werke, die überdies eine "gelungene Vergangenheitsbewältigung" (Uli Bohnen) leisten, sind im Gegensatz zu den konstruktivistischen kaum bekannt; sie werden vom 6. April bis zum 2. November 2025 im Museum St. Laurentius in Rheinhausen erstmals in einem repräsentativen Querschnitt der Öffentlichkeit vorgestellt. Dazu erscheint dieser Katalog.