Diese kleine Schrift behandelt das Leben und die verschiedenen Stationen eines Forstbeamten aus der Rominter Heide im früheren Ostpreußen, des Försters Otto Franz (1868-1948), im geschichtlichen Überblick, so gut dies aus den wenigen Quellen möglich war. Sie zeichnet seine stark von den beiden Weltkriegen beeinflusste Biographie nach.
Otto Franz wirkte von 1897 an im Forstaufseherbezirk Binnenwalde, in welchem das naturkundlich und jagdlich reizvolle Hühnerbruch lag, und übernahm 1915 die Försterei Theerbude, in der Mitte der Heide gelegen, wo er außerdem von 1915 an für die Aufsicht und Pflege des dortigen Jagdhauses Kaiser Wilhelms II. verantwortlich war. Der von der guten preußischen Tradition geprägte Forstbeamte erwies sich als umgänglicher, fleißiger und treuer Mensch. Er erfreute sich in der Schatullverwaltung des Kaisers über den Zeitpunkt des Verkaufs des Rominter Besitzes hinaus hoher Wertschätzung.
Nach dem Zusammenbruch der Ostfront, als sich das östliche Kriegsgeschehen auf Reichsgebiet zu verlagern begann, musste Franz mit seinen Angehörigen in den Mittagsstunden des 18. Oktobers 1944 Rominten für immer verlassen. Nach schwerstem Überlebenskampf, den er in Pommern unter russischer Herrschaft durchmachen musste, gelangte Otto Franz am 19. Juni 1947 aus dem an Polen übergebenen Ostdeutschland in schlechtem gesundheitlichem Zustand in die damalige sowjetische Besatzungszone und von dort wenig später in den Kreis Burgdorf, Britische Zone.
Fernab seiner geliebten Rominter Heide konnte er dort am 15. Juni 1948 noch zusammen mit seinen Angehörigen, die alle den Zusammenbruch heil überstanden hatten, seines 80. Geburtstages gedenken. Persönlichkeiten, mit denen er in Rominten und im Zuge seiner Tätigkeit für die Schatullverwaltung zu tun gehabt hatte, erinnerten sich seiner und gratulierten ihm. Kurze Zeit später jedoch verschlechterte sich sein Gesundheitszustand und er verstarb am 21. Oktober 1948, fast auf den Tag genau vier Jahre, nachdem er Rominten hatte verlassen müssen.