Während sich die Bundesrepublik Deutschland als demokratischer Rechtsstaat verstand, bekannte sich die DDR offen zur »Diktatur des Proletariats«. Doch was verbarg sich tatsächlich hinter diesem Begriff? Und warum rechtfertigte die SED-Führung ihre Herrschaft mit einem Konzept, das nach Unterdrückung klang?
Der Historiker Mike Schmeitzner verfolgt die Entwicklung des Begriffs »Diktatur des Proletariats« von seinen ursprünglichen Begründern Karl Marx und Friedrich Engels über Wladimir Iljitsch Lenin bis hin zu seiner Umsetzung in der DDR. Dabei zeigt er, wie die kommunistische Parteidiktatur den marxistischen Begriff als demokratische Alternative zur »bürgerlichen Demokratie« des Westens etablierte. Millionen DDR-Bürger erfuhren so, dass sie in der »höchsten Form der Demokratie« lebten – der Herrschaft der Arbeiterklasse.