Berlin hat sich seit dem 7. Oktober 2023 gewandelt. In der Stadt, die vom Rohstoff »Freiheit« lebte, ist es heute gefährlich, auf der Straße eine Kippah zu tragen oder Hebräisch zu sprechen.

Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern erzeugt Spannungen, die die Stadt erschüttern. Wie hat sich dieser Wandel schon vor dem 7. Oktober angekündigt? Und welche Konsequenzen hat das Massaker der Hamas in Israel für das Leben von Jüdinnen und Juden in Berlin? Shoah-Erinnerung und aktueller Judenhass ereignen sich gleichzeitig. Viele bemühen sich weiter um die Vergegenwärtigung der Geschichte, während Jüdinnen und Juden um ihre freie Existenz ringen.



Sebastian Engelbrecht, Dr. theol., Jahrgang 1968, erhielt seine Redakteursausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München und studierte Evangelische Theologie in Heidelberg, Berlin und Jerusalem, promoviert wurde er in Leipzig 2012. Er war ARD-Hörfunk-Korrespondent in Tel Aviv und ist seit 2019 Korrespondent des Deutschlandfunks in Berlin. In der Evangelischen Verlagsanstalt erschienen von ihm »Kirchenleitung in der DDR« und »Beste Freunde: Als Deutscher in Israel«.



[If Gaza burns, Berlin will burn. The return of Jew-hatred]

Berlin has changed since October 7, 2023. In the same city that lived off the resource of freedom, there it is now dangerous to wear a kippah or speak Hebrew on the street.

The conflict between Israel and the Palestinians creates tensions that shake the city. How did this change announce itself before October 7? And what are the consequences of the Hamas massacre in Israel for the lives of Jews in Berlin? Shoah remembrance and current Jew-hatred occur simultaneously. Many continue to strive for the actualization of history, while Jews struggle for their free existence.