1945 wurde in Dänemark die Flygtningeadministrationens Kartotek aufgebaut, ein Register der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs internierten Flüchtlinge in Dänemark. Die Kartei mit über 100 Mitarbeitenden entwickelte sich bald zu einem innovativen, effektiven und international arbeitenden Suchdienst, der viele durch Krieg und Flucht auseinandergerissene Familien wieder vereinigte und Schicksale klären half. Nach Auflösung der dänischen Internierungslager kam die Kartei mit den letzten deutschen Flüchtlingen 1949 nach Stade, wo sie mit hochmotivierten Mitarbeitenden unter der Schirmherrschaft des Dänischen Roten Kreuzes mit großen Erfolgen ihre Arbeit fortsetzte, bis die Bundesregierung ihre Auflösung beschloss. Mit Billigung des Stader Regierungspräsidenten arbeitete die Stader Suchkartei illegal weiter. Ihre Mitarbeiterinnen unternahmen zahllose Rettungsversuche, bis die Kartei endgültig zerschlagen wurde. Die Untersuchung zeigt die Geschichte der Kartei und die Bemühungen, sie zu erhalten und die deutsche Suchdienstlandschaft zu erneuern.