Wie tief reichen Familiengeheimnisse? Petra Hucke erzählt poetisch und intensiv von einer Frau, die Antworten auf alte Wunden sucht – ein Roman voller Atmosphäre, Emotion und der befreienden Kraft, sich selbst neu zu begegnen.
Ein paar unüberlegte Worte ihrer Mutter genügen, um Jessis sorgfältig austariertes Gleichgewicht ins Wanken zu bringen. Macht sie sich mit ihrem geordneten in Leipzig etwas vor? Mit dem Traumberuf als Meeresbiologin und den inzwischen fast zwanzig Jahren mit Ingwer, der doch immer für sie da ist? Immer mehr wird Jessi von ihrer Vergangenheit eingeholt, bis die Zweifel ihre ganze Welt einnehmen – bis sie nicht mehr weiß, was damals wirklich passiert ist, als ihre Zwillingsschwester Annika im Kindesalter starb. Und warum sie all die Jahre nicht aufgehört hat, in ihrem Spiegelbild nach Annikas Gesichtszügen zu suchen. In poetischen Bildern und mit berührender Intensität verwebt Unterwasserblau Erinnerungen, Meeresmetaphern und das Suchen nach Zugehörigkeit zu einem dichten, atmosphärischen Roman über Identität, Verlust und die unsichtbaren Strömungen familiärer Bindungen.